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Ein Lehrabbruch kann auch das Ende einer Krise sein – Chancen und Stolpersteine im Lehrwesen an der..

16. Juni 2008 
Ein Lehrabbruch kann auch das Ende einer Krise sein – Chancen und Stolpersteine im Lehrwesen an der WORLDDIDAC Basel 2008

Die Lehrstelle ist gefunden, voller Erwartung fängt man mit der Ausbildung an, bloss um früher oder später feststellen zu müssen, dass es einem am Arbeitsplatz nicht wohl ist. Was passiert nun? Eine neue Studie des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB) belegt, dass es in solchen Situationen nicht selten zu einem Lehrabbruch kommt. Die Forscher des EHB interviewten 46 Jugendliche aus dem Kanton Waadtland, die ihre Lehre abgebrochen hatten.

Die Mehrheit der Befragten gab an, diesen Schritt aus Unzufriedenheit über das Betriebsklima oder aufgrund persönlicher Probleme mit dem Lehrmeister gemacht zu haben – weniger aus Enttäuschung über die Arbeit. «Es herrschte meist das Gefühl, nicht den falschen Beruf, sondern den falschen Lehrbetrieb gewählt zu haben», sagt Berno Stoffel, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung am EHB. Eine Studie des Kantons Bern zeigt, dass nur 40 Prozent der Jugendlichen nach einem Lehrabbruch in der gleichen Branche wieder eine Stelle finden, während sich die anderen völlig neu orientieren. Vom 29. bis 31. Oktober hält das EHB an der WORLDDIDAC Basel täglich Referate zu dieser Thematik.

Unterstützende Programme
An der Bildungsmesse WORLDDIDAC Basel, die vom 29. bis 31. Oktober 2008 im Messezentrum Basel stattfindet, wartet das EHB täglich mit zwei Präsentationen auf. Neben dem Phänomen Lehrabbruch wird auch der Übergang zwischen Lehre und Arbeitsmarkt thematisiert. Jährlich beginnen 80‘000 Jugendliche in der Schweiz eine zwei- bis vierjährige Berufsausbildung in einem Betrieb, bei der sie begleitend bis zu zwei Tagen pro Woche die Schulbanken drücken. Der Anteil der abgebrochenen Lehren bewegt sich laut Stoffel je nach Kanton zwischen zehn und 30 Prozent. So melden etwa die Kantone Neuenburg, Bern und Genf Lehrabbruchzahlen von 12, 20 respektive 30 Prozent. Eine Erklärung für die beachtlichen kantonalen Unterschiede oder eine Differenzierung nach verschiedenen Arbeitsbereichen gebe es bisher nicht, so Stoffel. Fest stehe aber, dass es bei KMU öfter zu Lehrabbrüchen kommt als bei den grossen Unternehmen, welche die betriebsinterne Ausbildung weitgehend institutionalisiert haben. «In den kleineren Betrieben kommt den einzelnen Lehrmeistern eine Schlüsselfunktion zu», so Stoffel. In der Regel besuchten diese wichtigen Bezugspersonen aber nur einmal einen ein– bis zweiwöchigen Kurs, um dort die nötigsten pädagogischen Einsichten vermittelt zu bekommen. Mehr Vorbereitung liege mit Blick auf den Lohnausfall meist nicht drin, räumt Stoffel ein. Zur Unterstützung jener Lehrtöchter und -söhne, die in der Ausbildung zu scheitern drohen, laufen inzwischen im Rahmen des vom Bund lancierten Programms «Case Management Berufsbildung» zahlreiche kantonale Projekte. Kommt es trotz dieser Bemühungen zum Lehrabbruch, dann helfen die Behörden den Jugendlichen bei der Suche nach Alternativen. Dies müsse keineswegs eine hoffnungslose Tätigkeit sein, betont Stoffel. Denn der Entscheid, den Lehrbetrieb zu verlassen und so ein unbefriedigendes Kapitel abzuschliessen, könne auch befreiend wirken. Nicht umsonst hat der Vortrag an der WORLDDIDAC Basel 2008 den Titel «Lehrabbruch: Beginn oder Ende einer Krise?».

Arbeitsmarktmobilität
Mir der Präsentation «Die Lehre, und dann?» wollen die Forscher des EHB an der WORLDDIDAC Basel vor allem auf die hohe Mobilität der Lehrabgänger – die in der Schweiz ungefähr zweidrittel der Berufsbevölkerung stellen – aufmerksam machen. Mehr als 20 Prozent der Berufstätigen arbeitet im Alter von 25 Jahren bereits in einem anderen als im ursprünglich erlernten Beruf. Dieser Umstand sei grösstenteils auf das hartnäckige Ungleichgewicht zwischen Lehrstellen- und Arbeitsangebot zurückzuführen, erläutert Stoffel. Während sich die meisten Jobs inzwischen in den Dienstleistungssektor verlagert haben, findet man die Lehrstellen noch immer vor allem in Gewerbe und Industrie. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.ehb-schweiz.ch.

Wichtige Partner
Die WORLDDIDAC Basel 2008 wird von ihren Medienpartnern Bildung Schweiz, die neue Schulpraxis und von seminar.INSIDE unterstützt.

 

 
  http://www.worlddidac-basel.com/ca/bu/eoh/
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