Während es in der virtuellen Welt der Computerspiele an Bewegungsraum nicht fehlt, gibt es draussen vor der Tür immer weniger Platz um Fussball oder «Versteckis» zu spielen. Kein Wunder, dass sich die Anzahl der übergewichtigen Kinder und Jugendlichen in der Schweiz im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt hat. Heute bringt jedes fünfte Kind zu viele Kilos auf die Waage – Chips und Softdrinks tragen zu dieser Entwicklung das Ihre bei. Bewegungsmangel kann aber nicht nur zu Übergewicht, sondern auch zu Haltungsproblemen und einer allgemein verminderten Leistungsfähigkeit führen. Deshalb lancierte das Bundesamt für Sport (Baspo) vor drei Jahren die landesweite Aktion «schule.bewegt», welche die Schüler und Schülerinnen täglich zu mindestens 20 Minuten körperlicher Aktivität ausserhalb des regulären Sportunterrichts animieren möchte.
Das Programm «schule.bewegt» bietet dazu verschiedene Module komplett mit Anleitungen und Material, von Frisbees bis zu Footbags und wird vom 29. bis 31. Oktober 2008 an der WORLDDIDAC Basel präsentiert.
Verbesserte Konzentrationsfähigkeit Auch an der Bildungsmesse WORLDDIDAC Basel 2008, die vom 29. bis 31. Oktober im Messezentrum Basel stattfindet, wird sich «schule.bewegt» präsentieren. In diesem Schuljahr machten 2’500 oder fünf Prozent aller Schulklassen in der Schweiz mit. Für 2008/09 erwartet Patricia Steinmann, die beim Baspo für das Programm zuständig ist, eine weiter steigende Teilnehmeranzahl. Die Klassen oder Schulhäuser, die sich jeweils für mindestens ein Quartal zum täglichen Bewegungseinsatz verpflichten, stammen meist aus den unteren Stufen – vom Kindergarten bis zur 6. Klasse. Das Angebot von «schule.bewegt» richtet sich aber auch an die Oberstufe. Allerdings ist der Kampf gegen den Bewegungsmangel unter den Jugendlichen längst nicht das einzige Problem, mit dem sich die Lehrerschaft herumschlägt, gilt es doch, sich auch in
Sachen wie Gewaltprävention und Integration zu engagieren. Steinmann: «Es werden immer mehr Ansprüche an die Schule gestellt.» Dennoch: «schule.bewegt» will einmal mehr daran erinnern, dass Bewegung einfach Spass macht. Dass sich eine Teilnahme an der Aktion lohnt, zeigt auch eine Umfrage unter den beteiligten Lehrpersonen. Diese berichten vor allem von einem verbesserten Klassenklima und von konzentrierteren Schülern und Schülerinnen. Ob sich eine Lehrperson letztlich fürs Mitmachen entscheidet, hänge auch von der eigenen Einstellung zur Bewegung ab, räumt Steinmann ein.
Jonglierkiste oder Kletterwand Wer sagt aber, dass man selbst eine Sportskanone sein muss, um seine Klasse zu mehr Bewegung aufzufordern? Wichtiger ist, dass man die eigenen Unterrichtsgewohnheiten überprüft, damit der Schulalltag längerfristig weniger im Sitzen abläuft. Die Webseite von «schule.bewegt» bietet dazu im Kapitel «bewegtes Klassenzimmer» zahlreiche Anregungen. Warum sollten etwa die Schüler und Schülerinnen nicht selbst ihre Arbeitsblätter am Lehrerpult abholen, statt dass man sie an ihren Sitzplätzen bedient? Oder wie wäre es mit einem Experiment, Diskussionen im Gehen durchzuführen? Auch die Ausrüstung des Klassenzimmers zählt: Je nach (finanziellen) Möglichkeiten könnten sich die Lehrkräfte etwa die Beschaffung von Stehpulten, einer Jonglierkiste oder sogar einer Kletterwand überlegen. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.schulebewegt.ch.
Wichtige Partner Die WORLDDIDAC Basel 2008 wird von ihren Medienpartnern Bildung Schweiz, die neue Schulpraxis und von seminar.INSIDE unterstützt.
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