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Grund- und Basisstufe sorgen auch an der WORLDDIDAC Basel 2008 für Gesprächsstoff

16. Juni 2008 
Grund- und Basisstufe sorgen auch an der WORLDDIDAC Basel 2008 für Gesprächsstoff

Wird das Wort «schulreif» in Zukunft aus dem Schweizer Sprachgebrauch verschwinden? Noch müssen die Kindergärtnerinnen beurteilen, ob man den Sechs- und Siebenjährigen, die sich in ihrer Obhut befinden, den Wechsel in die Schule zutrauen kann. Aber die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) hat sich in ihrem Streben nach landesweiter Harmonisierung des Schulwesens auch für einen flexibleren Schuleintritt ausgesprochen. Unter Koordination der Erziehungsdirektorenkonferenz der Ostschweizer Kantone und des Fürstentums Lichtenstein (EDK-Ost) finden seit 2002 in der Deutschschweiz Versuche mit altersdurchmischtem Unterricht für Vier- bis Achtjährige statt.



Das bis 2010 laufende Projekt namens «edk-ost-4bis8», an dem sich 164 Klassen beteiligen, evaluiert sowohl die Grundstufe (Kindergarten plus erste Klasse) als auch die Basisstufe (Kindergarten plus erste und zweite Klasse). Je nach ihrem Entwicklungsstand wechseln die Kinder später direkt in die zweite, respektive dritte Klasse der Volksschule. Erkenntnisse aus dieser Projektarbeit werden vom 29. bis 31. Oktober 2008 an der WORLDDIDAC Basel präsentiert.

Zwei paar Augen
An der Bildungsmesse WORLDDIDAC Basel 2008, die vom 29. bis 31. Oktober im Messezentrum Basel stattfindet, wird Projektleiterin Brigitte Wiederkehr von der EKD-Ost über den Stand der Dinge berichten. Dabei stehen ihr abwechselnd die für das Projekt verantwortlichen Kolleginnen aus den Kantonen Bern, Zürich und St. Gallen zur Seite. Die Grund- oder Basisstufe soll nicht nur eine flexiblere Einschulung, sondern auch mehr Pädagogik nach Mass ermöglichen. Damit möchte man den erheblichen Unterschieden in den Fähigkeiten der Kinder gerecht werden. Während sich mancher Sechsjährige bereits vor dem Schuleintritt mit Zahlen und Buchstaben auskennt, fehlen bei Gleichaltrigen noch elementare Deutschkenntnisse.
Genau so unkonventionell wie der Verzicht auf Jahrgangsklassen ist laut Projektleiterin Wiederkehr die gleichzeitige Einführung des «Teamteachings». Denn für eine adäquate Betreuung der altersdurchmischten Gruppen, die beim laufenden Projekt im Durchschnitt aus 20 Schülern und Schülerinnen bestehen, braucht es zwei Lehrpersonen – darüber ist man sich in Fachkreisen einig. Der Gedanke, ständig zu zweit vor der Klasse zu stehen, dürfte aber bei mancher Lehrkraft für Verunsicherung sorgen, meint Wiederkehr, ehemalige Kindergärtnerin: «Man muss sich daran gewöhnen, dass jemand anders vollen Einblick in die eigene Arbeit erhält.» Die Vorteile der Doppelbesetzung hätten sich aber in den Versuchen weitgehend bestätigt. Als Duo könne man auf unterschiedliche Weise auf die Kinder zugehen, von einander lernen und gemeinsam den Kontakt mit den Eltern pflegen, erläutert Wiederkehr. Und nicht zuletzt gelte die alte Wahrheit: «Zwei paar Augen sehen mehr als eins.»

Erster Schultag
So dürfte das «Teamteaching» zum Stressabbau unter der Lehrerschaft beitragen. Dass die Grund- oder Basisstufe aber noch für viel Gesprächsstoff sorgen wird, weiss auch Wiederkehr. Viele Lehrkräfte stehen vor allem der Altersdurchmischung skeptisch gegenüber: Denn wie soll man sich den Alltag in einer Klasse mit Vier- bis Achtjährigen vorstellen? Jedenfalls mit einem fliessenden Wechsel von Spiel- und Lernsequenzen, so Wiederkehr. Von diesem Ansatz könnten nicht nur die Jüngsten in der Gruppe, die viel übers Nachahmen lernen, profitieren, sondern auch die älteren Kinder. Überdies würden die Schüler und Schülerinnen immer wieder abwechselnd nach Alter oder Leistung aufgeteilt. Falls das Projekt alle bildungspolitischen Hürden nimmt, bleibt noch ein nostalgischer Einwand: Was passiert mit jenem feierlichen Moment, in dem sich die Erstklässler – den neuen Schulsack auf dem Rücken – erwartungsvoll auf den Weg machen? Wiederkehr schmunzelt: «Vielleicht werden die Eltern die Rituale des ersten Schultags vermissen. Aber dafür entstehen bestimmt neue Rituale.» Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie unter www.edk-ost.ch.

Wichtige Partner
Die WORLDDIDAC Basel 2008 wird von ihren Medienpartnern Bildung Schweiz, die neue Schulpraxis und von seminar.INSIDE unterstützt.

 
  http://www.worlddidacbasel.com/ca/bu/eod/
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